Die Charlottenburger Zukunftsgespräche gingen in die dritte Runde. Nach Laumann und Linnemann war der junge Shootingstar der CDU, Philipp Amthor, unser Gast. Er verriet uns, wie er sich die Zukunft der CDU, Berlins und Deutschlands vorstellt.

Philipp Amthor hat einige Spitznamen, wie der Moderator Patrick Todt dem Publikum mitteilte. Der Harry Potter der CDU, Merkels Bubi oder die Planierraupe aus Ückermünde. Letzterer war vom Entertainer Böhmermann erst vergangene Woche geprägt worden. Diesen Bezeichnungen ist gemeinsam, dass sie alle wenig schmeichelhaft sind. Amthor lässt sich davon scheinbar nicht beirren und geht seinen Weg.

Er sieht sich als Bürgerlicher, als Konservativer. Er bemüht sich um eine Skizzierung dieser Selbstsicht und greift dafür auf Äußerungen von Friedrich Merz und Franz Josef Strauß zurück. Tradition sei nicht die Anbetung der Asche, sondern die Bewahrung des Feuers und als Konservativer sei oberestes Gebot ein gutes Benehmen. Amthor spricht von einem klaren Kompass. Die Kernthemen der CDU sind für ihn ein Bekenntnis zu Deutschland, zur sozialen Marktwirtschaft und zu Europa.

Der junge Abgeordnete sieht sich als Rechtsverteidiger, womit er sagen will, er möchte Wähler von der AfD zurückholen. Er sieht das verbindende Band dieser Protestpartei in der Ablehnung, in Haltungen, die aus den 80er und 90er-Jahren vakuumiert worden seien und nun als das einzig Wahre an enttäuschte Wähler verkauft werden. In der CDU seien dagegen klare Werte das verbindende Band. Eine Volkspartei wie die CDU brauche gute Flügelspieler, nur dann könne sie Deutschland in all seinen Facetten tatsächlich abbilden und mache sich als Partei attraktiver als andere.

Amthor hält es durchaus für möglich, dass Berlin wieder von der CDU regiert werden könne. Das derzeitige Berlin mit dem rot-rot-grünen Senat bezeichnet er als das Venezuela Deutschlands, was im Publikum sehr gut ankommt. Abschließend macht er deutlich, was er sich für die Zukunft wünscht. Ziel sei es nach den ersten drei Zukunftsgesprächen nicht zu fragen "Wer von den drei Vertretern unterschiedlicher Flügel hatte Recht?", sondern alle Impulse miteinander in Einklang zu bringen.

Im Anschluss diskutierten die Teilnehmer bei ein paar Snacks und Getränken angeregt. Wie geht es weiter mit der CDU? Was können wir tun? Ist Amthor ein Hoffnungsträger der Partei? Ob der Shootingstar die Leute davon überzeugen wird, dass er den Stein der Weisen tätsächlich besitzt und nicht Gilderoy Lockhart ist, auch das wird die Zukunft zeigen.

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